UND WÖCHENTLICH GRÜSST DER EISERNE PUNKTE-HAMSTER

Wir schreiben das Jahr 2020. Der 1. FC Union Berlin hat in seiner Premierensaison in der 1. Bundesliga 19 Spieltage hinter sich gebracht. Zeit für das nächste Temperaturmessen.

Vor ein paar Monaten schrieb ich noch den kommenden Untergang der Köpenicker Erstligisten herbei. Ich gebe zu: in vielen Punkten lag ich kräftig daneben. Mich überzeugten die von Oliver Ruhnert getätigten Transfers nicht und der Anfang dieser Saison war schon einigermaßen stotterig. Ich bleibe auch dabei, dass der Sieg gegen Borussia Dortmund eine übertriebene Euphorie freigesetzt hat, die mir ganz schön auf die Nerven ging.

Seit dem hat sich die Mannschaft aber offenbar gefunden und geht konsequent ihren Weg von Punkt zu Punkt. 23 Zähler befinden sich mittlerweile auf der Habenseite und auch kühne Optimisten sollten überrascht sein, wie gut die Saison bisher läuft. Großes Prunkstück ist die Defensivarbeit, die vergangene Saison in Liga 2 Hauptgrund für das sehr erfolgreiche Abschneiden war. Zu Beginn der Spielzeit 19/20 versuchte man sich in einer neuen Form des Offensivfußballs und vernachlässigte etwas das Verteidigen. Sicherlich waren die Hoffnungen in die Flügelspieler groß, aber dank unglücklicher Verletzungen von Gogia und Abdullahi und dem, man muss es bislang so sagen, Fehlgriff Sheraldo Becker, der bislang den Beweis schuldig geblieben ist in der Bundesliga eine Hilfe zu sein, war Trainer Urs Fischer gezwungen vom Konzept abzuweichen, die Bundesliga mit dem bestmöglichen Hispeedfußball anzugehen.

Spätestens mit der Neujustierung Christian Gentners im System der Eisernen begann der Aufschwung und konstant und emsig wie ein Hamster wurden Punkte eingesammelt, dass man hier und dort schon zu rechnen beginnt, wie viele Punkte Union noch holen muss, um die Klasse frühzeitig zu halten. Davon nun auszugehen, wäre sicherlich noch zu früh, aber die Hoffnung ist berechtigt, weil Konkurrenten wie Paderborn, Düsseldorf, Bremen und Mainz in dieser Saison enorme Schwierigkeiten haben, während der FCU das Beste aus seinen Möglichkeiten macht. Sicherlich ist das wiederum nicht immer schön anzusehen, was man vergangenen Samstag gegen Augsburg sehen konnte, aber ohne Betonfußball darbieten zu müssen, gelingt es Union hinten stabil zu bleiben – 27 Gegentore sind in der unteren Tabellenhälfte Bestwert – und befriedigt die Lust seiner Fans nach Erfolg mit Rückgrat und, das ist im Abstiegskampf ein wichtiges Gut, vollkommen unaufgeregt.

Was sollte im besten Fall für die restlichen 15 Saisonspiele passieren?

  1. defensiv weiter Disziplin bewahren
  2. Die Moral im Team hoch halten, was vor allem vor die Stürmer gilt, die bislang zwar immer wieder zu Spielen kamen, aber dann und wann auch Zeiten des Bankdrückens durchleben müssen. Ach ja, das Tor noch etwas genau ins Zielrohr nehmen, wäre auch nicht von Nachteil. 23 Tore sind der drittschlechteste Wert der Liga
  3. bei sich bleiben. Sich nicht zu sehr von den Gegnern beeindrucken lassen, was Dortmund und Gladbach spüren mussten und Bayern fast ins Unentschieden geführt hätte
  4. Die eine oder andere Nachlässigkeit vermeiden, was bittere Punktverluste gegen Paderborn und Düsseldorf verursachte

Übrigens, für das Gemüt der Köpenicker könnte das hier ein weiterer Stimmungsaufheller sein.

Hoffen wir das beste!

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