Stephan Gerteis (sg) – hassadeur (at) plattsport.de

Warum Plattsport?

Plattsport bietet mir ein wunderbares Ventil, um den Frust über die verrohten derzeitigen Entwicklungen im Weltfußball zu umschiffen. Es ist meine Fußballinsel, auf die ich zurückkehren kann, wenn mich etwas stört, die mir neue Kraft gibt und mich motiviert, sich dem Fußball auf einem anderen Weg wieder neu zu nähern. Fußball wieder neu lieben zu können, durch Abbau von Hass. 🙂 Durch Plattsport habe ich meine Liebe zum Amateurfußball wiederentdeckt. Seitdem sauge ich alles Spannende in mich auf, was ich an interessanten Geschichten unterhalb des Profiradars entdecken kann. Über diesen Weg habe ich meine Freude zum Fußball wieder neu aufleben lassen können. Lasst uns gemeinsam kurzeitig hassen, um wieder lieben zu können!

Mein Heimatverein?

Der wunderbare SV 98 Schwetzingen. Beheimatet im Nordbadischen, nicht unweit von Mannheim. Mitte der neunziger Jahre hatten wir eine der besten Jugendabteilungen Deutschlands und waren sogar im Viertelfinale des deutschen Jugendpokals. Mit späteren Bundesligaspielern wie Joachim Stadler und Stephan Hanke. Auch den badischen Pokal konnten wir schon zweimal gewinnen und somit am DFB–Pokal teilnehmen. Derzeit befindet sich mein geliebter SV 98 noch in der Verbandsliga Nordbaden, doch die Tendenz geht leider in Richtung Abstieg. Aber egal was passiert: mein Herz wird immer an diesem Verein hängen.

Eine perfekte Sportwelt…

Ist für mich eine Utopie, aber wir können uns diese für uns perfekte Sportwelt selber schaffen und es uns in dieser Welt gemütlich machen. Ein Besuch auf einem schönen Amateurplatz, garniert mit herrlichem Rasenduft, untermalt von sanftem Bratwurst- und Biergeruch, flankiert von freundlich meckernden Zuschauern und den Geräuschen von kommunizierenden Mannschaften auf dem Platz, kratzt für mich schon sehr an der Perfektion.

Mein größter Star?

Hierbei muss ich unterscheiden zwischen meinem kommerziell größten Star und meinem unbekanntesten größten Star. Kommerziell am meisten beeindruckt hat mich der portugiesische Stürmerstar Pauleta, der in 88 Länderspielen für Portugal 47 mal eingenetzt hat. Seine dabei immer sympathische Art hat mich jedes Mal wieder aufs Neue begeistert. Seine Technik war überragend und sein Torriecher über alles erhaben. Danke Pauleta für diese vielen schönen Jahre. Bei den Unbekannten liegt bei mir ganz klar ein Torwart auf der Pole Position. Da ich selber früher auf dem Bolzplatz immer der Torwart war, musste mein Held natürlich auch ein Torwart sein. In diesem Fall der wunderbare Michael Höck, der auch heute noch mit 49 Jahren das Tor des SV Schopfloch hütet. Zu seiner besten Zeit war er in der dritten Liga die Nummer Eins beim VfR Mannheim und spielte auch mit ihnen im DFB–Pokal. Aufmerksam auf ihn bin ich geworden in seiner Zeit bei meinem SV 98 Schwetzingen. Er hat bei uns dermaßen eingeschlagen, dass ihn sogar der große FC Bayern München zu einem Probetraining eingeladen hat. Seine Reaktionen auf der Linie waren abgefahren gut. Er hatte für mich locker das Niveau noch höher als in der dritten Liga zu spielen.

Das Schönste am Amateurfußball?

Ist die Vielfalt, die es zu entdecken gibt. So viele mannigfaltige Geschichten, die sich einem immer wieder neu auftun. Sei es die Entdeckung von Brüdern von bekannten Bundesligaspielern in unteren Ligen, seien es interessante Paradiesvögel, sei es ein spannendes Konzept von einem kleinen Verein oder ein ehemaliger Nationalspieler, der einfach Lust hat, in unteren Ligen Fußball zu spielen usw. Der Amateurfußball ist für mich ein Füllhorn von wunderbarer, schier nie enden wollender Individualität. 

Der Verein meines Herzens?

War mal der FC Schalke 04 und wird es auch irgendwie immer ein wenig bleiben, aber mein gesteigertes Interesse an Profifußballvereinen ist im Laufe der letzten Jahre ein wenig abgeflacht. Somit ist auch meine Liebe zu Schalke 04 ein wenig eingeschlafen. Der absolute Verein meines Herzens ist auch gleichzeitig mein Heimatverein SV 98 Schwetzingen. Zusätzlich hege ich sehr große Sympathien für den, in der bayrischen Oberpfalz beheimateten Verein, DJK Gebenbach, die aus wenigen Mitteln ganz viel machen und dieses Jahr an der Schwelle zur Regionalliga Bayern stehen.