PLATTSPORT-TICKER

+++ Wir unterbrechen das Programm für eine rassistische Eilmeldung +++ Schon wieder Bayern. Kalle, geht’s noch? +++ Uli Hoeneß versucht mit einem Mediensturm von der dürftigen Transferbilanz abzulenken +++ Startplatz in der dritten spanischen Liga zu verkaufen. Klingt irre! Ist es! +++ Durch eine EU-Regelung droht tausenden Amateursportvereinen der Genickbruch +++ Du liebst es Fußball zu spielen. Du möchtest in die dritte Liga? Geld findest Du überbewertet? Dann werde doch Spielerin beim oberfränkischen SV 67 Weinberg +++ 

2. August 2019 – 15:23 Uhr

Nachdem Clemens Tönnies soeben die Zeitmaschine verlassen hat und immer noch Pickelhaube trägt und irgendwas von seinen Kolonien faselt, wartet die Welt immer noch auf einen fälligen Rücktritt von seinen Ämtern beim Ruhrgebietsclub FC Schalke 04.

Uns bleibt die Spucke weg, dass Tönnies rassistische Drecksscheiße reden kann und immer noch im Amt ist. Wir hoffen auf baldige Demission oder etwaige Reaktionen.

31. Juli 2019 – 17:25 Uhr

Wir haben stundenlang diskutiert. Wollen wir wirklich jeden Versuch des FC Bayern bei uns in den Ticker zu kommen, nachgeben? Na gut, weil es die Mia san Mia-Boys sind.

Niko Kovac sagt, was jeder schon lange weiß. Er glaubt, dass Leroy Sané den Weg an die Isar finden wird. Niemand fragt mehr ob, sondern wann Vollzug und zu welchem Tarif gemeldet wird. Klar, wenn es soweit ist, werden die Parteien verkünden “Über die Tarifmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart”. Aber das wird in jedem Fall ein teures Geschäft. Frei nach HaJo Watzke müssen die Bayern ein “werthaltiges Angebot” abgeben.

Nun hat den Vorsitzenden der FC Bayern AG, ein gewisser Herr Rummenigge, eh etwas gegen den Trainer Kovac, aber nun muss Kalle, der alte Rolaxvertriebler, von einem Frettchen gebissen worden sein, denn aus irgendeinem Grund darf der Trainer nicht sagen, was der Vorsitzende gesagt hat und Kovac trägt vorerst keine Rolex, sondern einen Sané-Maulkorb.

25. Juli 2019 – 8:55 Uhr

Es ist nichts bestätigt. Erst Ende August (kurz vorm Ende der Transferperiode will er den Bayern seinen Entschluss mitteilen. Klingt alles sehr staatstragend und trägt auch die Handschrift von Uli Hoeneß. Nämlich genauso wie sonst auch: der Bayern-Präsident bringt seine Kumpels der Presse in Stellung, streut hier und dort Teilinformationen und schon steht es in den News auf allen Titel- und Startseiten.

Aber ist Hoeneß’ Rückzug erstens überraschend, hat er sein Ende schon vor Monaten in Aussicht gestellt und zweitens vollständig. Man munkelt, dass er wichtige Posten als zukünftig graue Eminenz im Rückraum halten wird.

Warum das im Ticker ist? Weil durch diese Newsattacke niemand über die laue Transferoffensive des FCB spricht. Außer wir! Letztes Jahr das Geld zusammen gehalten, um diesen Sommer mal auf richtig große Einkaufstour zu gehen. Große Versprechungen wie einst Al Bundy und ähnlich befriedigend. Wie sagten einst schon Kelly und Bud: “Wir hassen Dich, Dad!”

23. Juli 2019 – 0:12 Uhr

Manchmal glaubt man, dass Sportfunktionäre danach ausgewählt werden, wie verrückt ihre Ideen sind. Wir wollen es gar nicht groß kommentieren: Langsam fällt einem nix mehr ein. Es wird ein Startplatz in der dritten spanischen Liga verkauft. Verkauft!

22. Juli 2019 – 10:20 Uhr

Dass Gummigranulat nicht gerade ein nachhaltiger Stoff ist, sollte jemanden mit Vorstellungskraft nicht lange erklärt werden müssen. Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen reduziert jedoch  das Risiko von Verletzungen wie Bänderrissen oder Knieschäden enorm. Seitdem dieser Stoff auf den Plätzen verstreut wird, haben es Sportler deutlich leichter.

Eine neue Regelung der Europäischen Union sieht nun vor, dass zum Schutz der Umwelt Gummigranulat ab 2022 verboten werden soll. Grundsätzlich eine gute Idee, aber für viele Sportvereine und Kunstrasenplatzbetreiber ein nicht stemmbarer finanzieller Aufwand. Jetzt fordert die deutsche Politik eine längere Übergangsfrist, jedoch ist dann immer noch nicht diese Frage geklärt, wie und von wem es finanziert werden soll, dass Gummigranulat ausgetauscht werden soll. Und vor allem: womit?

18. Juli 2019 – 9:30 Uhr

Die Nummer mit der “Gender Pay Gap” ist inzwischen auf jeder Party der Stimmungscrasher. Willst Du Deinen männlichen Freunden bei einem Glas Prosecco mal sagen, wie scheiße es ist, dass Frauen im Jahre 2019 in Deutschland für die selben Jobs meistens weniger Geld bekommen, ist der Flow aus der Fete raus.

Im Fußball ist der Gehaltsunterschied noch krasser. Vor ein paar Jahren verdiente eine Bundesligaspielerin per Anno € 38.500, während das männliche Equivalent € 47.500 erhielt. Pro Spiel!

Nina vom SV 67 Weinberg aus Franken liebt ihren Sport. Das kann man in jeder Silbe spüren, die sie für jetzt.de in ihrem Report über Verdienstmöglichkeiten in der dritten Frauenliga niederschreibt. Die 28-Jährige bekommt Fahrtkosten; Hotel und Frühstück vom Verein bei Auswärtsspielen bezahlt, aber ansonsten nix. Und während ein Lionel Messi im letzten Jahr rund € 213 pro Minute dank Gehalt und anderer Einnahmequelle verdient hat, müssen Frauen in allen Ligen mit zu wenig bis ohne Geld ihrer sportlichen Leidenschaft nachgehen.

17. Juli 2019 – 16:58 Uhr

Dass Fußballvereine auf der Suche nach einer guten Geldquelle manchmal mit kurzen Löffeln mit dem Teufel speisen und sich einen Wettanbieter auf die Brust drucken lassen, ist hinlänglich bekannt und mindestens schade. Dass es in der Drittligasaison 2019/20 gleich 7 (in Worten “sieben”) Vereine sind, die sich vom Wettanbieter “sunmaker” sponsern lassen, ist eine neue Qualität. Spätestens seit den unrühmlichen Ereignissen um Schiedsrichter Robert Hoyzer und dessen Verwicklungen in den Wettskandal des Kroaten Ante Šapina sollte jedem Liebhaber von Fairness und Unvorhersehbarkeit eines Fußballspiels die Zutaten “Wetten” und “Fußball” als unvereinbar vorkommen.

Die Drittligisten 1. FC Magdeburg, Waldhof Mannheim, FSV Zwickau, Preußen Münster, Hansa Rostock, Hallescher FC und FC Carl Zeiss Jena teilen diese Bedenken offenbar nicht und lassen sich alle von “sunmaker” als Hauptsponsor finanziell unterstützen. Ein Schelm, der da jetzt denkt, dass es im Fall der Fälle (Aufstiegs- oder Abstiegskampf) zu Spielmanipulationen kommen könnte. Sowas ist natürlich noch nie vorgekommen und die Skeptiker sollten sich doch bitte etwas mehr in Zurückhaltung üben.

In jedem Fall ist der Bekämpfung von Glückspielsucht mit dieser Sponsoroffensive ein Bärendienst erwiesen worden und Ernüchterung macht sich breit, dass immer mehr Proficlubs keine geeigneten Geldquellen außerhalb der Grauzone finden.

16. Juli 2019 – 21:31 Uhr

Nein, das ist keine Entscheidung von der neuen EU-Bossin von der Leyen, sondern das Ergebnis, wenn Fußballvereine den Hals nicht voll kriegen können und sich einem Computerhersteller verpflichten, der wiederum sein eigenes Computerspiel pushen will und dem Marktführer die Nutzung des Vereinsnamens verbietet. So wird am Ende aus “Juventus Turin” der neue italienische Rekordmeister “Piemonte Calcio”. Piemont ist die Region, in der Turin liegt und “Calcio” ist “Fußball” auf Italienisch.

Leidtragende dieses absurden Lizenzstreits zwischen EA Sports (FIFA 20) und Konkurrent Konami (Pro Evolution Soccer 2020) werden die Fans sein, die einfach nur etwas rumdaddeln wollen und sich nicht für diesen Handelskrieg zwischen zwei Entwicklerbuden interessieren.

16. Juli 2019 – 15:07 Uhr

Eintracht Frankfurt veräußert Stürmer Sebastien Haller aller Voraussicht für kolportierte 40 Mio. EUR an West Ham United in die Premier League. Statt Europa League-Aussichten mit den momentan enthusiastischsten Fans Europas wählt Haller den Alltag in Englands Eliteliga. Das mickrige Salär in Frankfurt ist wohl in einen Zusammenhang mit dem Begriff “Armutsgrenze” zu setzen.

Verkauft die Eintracht nun noch Rebic, ist die Essenz des Frankfurter Erfolges bald gänzlich aufgelöst. Wir wünschen Fredi Bobic viel Glück beim Finden von einem Ersatz für dieses wahnsinnig gute Trio.

Dinge, die uns täglich frustrieren, stören, auffallen, entsetzen…jetzt im Ticker! Wir sagen, warum der Fußball fast täglich dafür sorgt, dass wir ihn Stück für Stück, Nachricht für Nachricht, etwas weniger lieben. 

Please follow and like us:

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*