KEHRWOCHE – Der Bundesliga-Newsletter zum 33. Spieltag

Jede Woche veröffentlichen wir an dieser Stelle den Teil aus der KEHRWOCHE, der sich auf den 1. FC Union Berlin und Hertha BSC bezieht. Kehrwoche ist ein kostenloser Bundesliga-Newsletter made by @KaesekopfDE, der einmal die Woche die News aller 18 Bundesligisten aus der Sicht von 18 Fans, Blogger:innen, Podcaster:innen zu ihren Vereinen wiedergibt – aus einer definitiv nicht von den Vereinspressestellen glattgebügelten Sichtweise. Für Union Berlin schreibt Plattsportler @EisernRalf und für Hertha @sogenannter, der sich auch Aktiv für @Hertha_Stadion @Herthakneipe einsetzt und vor allem bei @HBASE1892 zu hören ist.

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UNION BERLIN

Rückschau: Als am 8. Mai kurz nach 15 Uhr die Mannschaft des 1. FC Union Berlin die VW-Arena zum Aufwärmen beim VfL Wolfsburg betrat, war kurz darauf die Dienstreise für Unions-Mittelfeldabräumer Robert Andrich bereits beendet. Denn wegen eines entzündeten Zehennagels musste sich Andrich bei Union-Coach Fischer nun doch verletzungsbedingt abmelden und verschärfte damit die Verletzungssituation der Köpenicker noch einmal entscheidend. Ein Blick auf das Lazarett von Union verdeutlicht das eindrucksvoll: Anthony Ujah, Taiwo Awoniyi, Sheraldo Becker, Leon Dajaku, Cedric Teuchert, Grischa Prömel, Florian Hübner, Jakob Busk und kurz vor dem Spiel der oben bereits erwähnte Robert Andrich und ab der 2. Halbzeit auch noch Marcus Ingvartsen.

Aufgrund leichter muskulärer Problemen war Max Kruse ebenfalls erst einmal Bankdrücker. Somit stellte sich die Union Mannschaft – zumindest im Sturmzentrum – mit Joel Pohjanpalo und Petar Musa komplett von selbst auf. Bereits frühzeitig war zu erkennen, dass sich die Wolfsburger etwas vorgenommen hatten, denn zu verlockend ist das mögliche Ziel Champions League. Das sich die Wölfe nicht lange bei der Vorrede aufhalten wollten, zeigten sie bereits in der 12. Minute mit einem herrlichen Schuss in den Winkel von Luthes Tor, wobei bereits in der Entstehung die Wolfsburger von den Berlinern besser gestört hätten werden müssen. Die Wolfsburger ließen Union durch schnelles Anlaufen und ständigem Pressing kaum Zeit, einen geordneten Spielaufbau einzuleiten, sodass lange Bälle auf die Sturmspitzen Pohjanpalo und Musa der Fall waren aber die Bälle selten bei ihren Adressaten ankamen. Irgend wie hatte man das Gefühl, dass die Köpenicker immer einen Schritt zu spät bei ihren Gegenspielern waren und diese dadurch sich Union regelrecht zurechtlegen konnten. Mannschaften, wie auch aktuell die Wolfsburger, sind von Union nur schlagbar, wenn die Unioner ans Limit gehen. Wobei die Berliner selbst dann gegen spielstarke Wölfe wohl kaum eine Chance gehabt hätten. Nach ca. 30 Minuten der 1. Halbzeit hatte sich Union etwas gefangen und konnte sich dem Wolfsburger Tor etwas nähern, aber Zählbares sprang weder am Ende der 1. Halbzeit noch im Verlaufe der 2. Halbzeit für die Berliner heraus.

So kam es, wie es an solchen Tagen immer kommt: Dominant spielende Wölfe konnten den Unionern noch 2 weitere Treffer einschenken. Letzten Endes konnten sich die Unioner bei ihrem Torwart Andreas Luthe bedanken, der mehrere herausragende Paraden zeigte und eine höhere Saisonniederlage verhinderte. So wäre es fast noch zu einer Kuriosität des Spieltages gekommen: Obwohl Union sein wahrscheinlich schlechtestes Saisonspiel ablieferte, konnten sie die Tordifferenz trotz Niederlage zu den Gladbachern um drei Tore minimieren und wären fast noch an den Gladbachern vorbei auf Platz 7 geklettert. So bleibt es wie es vorher war: die Köpenicker bleiben auf Platz 8 und haben das obere Tabellendrittel weiter im Blick.

News der Woche: Am Montagabend teilt Union Berlin über seine Vereinsseite sowie via SocialMedia mit, dass sich der 1. FC Union Berlin seit mehreren Monaten anonym und über Dritte vorgetragenen Vorwürfen zum Umgang mit Spielern im Nachwuchsleistungszentrum konfrontiert sieht. Wie Union mitteilt, reichen die Vorwürfe von Mängeln im persönlichen Umgang von Mitarbeitern des NLZ mit einzelnen Spielern bis zur Unterstellung, dass neben sportlichen Kriterien auch die Herkunft der Spieler eine Rolle bei der Aufnahme ins NLZ bzw. bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit innerhalb des NLZ spielen soll.

Laut Union ist ein solches Vorgehen jedoch bereits durch die Vereinssatzung ausgeschlossen, gemäß derer der Verein „demokratischen und humanistischen Grundwerten verpflichtet“ ist. Union Berlin, hat den Fragenkatalog, der ihm von Journalisten vorgelegt wurde, öffentlich gemacht, um Transparenz zu schaffen. Im Übrigen betrifft der Vorgang nicht den Verein 1. FC Union Berlin direkt, sondern eine Person des NLZ. Auf der anderen Seite ist es sehr, sehr dünn vom Verein den Vorwurf des Rassismus an eine Person aus dem NLZ mit dem Argument zu entkräften, dass es keinen Rassismus geben kann, weil es die Satzung von Union verbietet. Egal ob die Vorwürfe stimmen oder nicht, ist eine andere Herangehensweise zur Aufklärung dringend geboten. Die Presseabteilung von Union scheint mal wieder mit aller Macht zu versuchen die Deutungshoheit über ein nicht genehmes Thema bekommen zu wollen, was aber völlig nach hinten losgeht. Den gesamten Fragenkatalog inkl. die Antworten von Union könnt ihr hier downloaden.

Vorschau: Der vorletzte Spieltag der Fußballbundesliga führt Union Berlin ins Land der Pillendreher nach Leverkusen. Die bisherigen Spiele gegen die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH verliefen bisher sehr eindeutig. Von den in der Vergangenheit gespielten sechs Partien gegen die Werkself gingen 5 verloren, mit einem Torverhältnis, das nahelegt, dass die Pille – also das Spielgerät – einfach zu häufig im Gehäuse der Eisernen landete, nämlich insgesamt 17 Mal. Union schaffte das Ganze lediglich nur 5 Mal – zuletzt im Januar beim letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften und dem einzigen Sieg der Köpenicker gegen die Bayer-Werkself. Union muss wieder an sich selbst und seine Tugenden glauben.

Es wird von Anfang an darauf ankommen, giftig gegen den Ball zu spielen und die Leverkusener von Beginn an direkt und schnell anzulaufen. Das Leverkusen diese Spielweise nicht mag, hat Bremen gezeigt, eine Mannschaft, die aktuell weder Angst noch Schrecken verbreitet. Bei dem aktuellen Köpenicker Krankenlager von 10 Spielern können die Union-Fans nur hoffen und Daumendrücken, dass der eine oder andere Spieler doch noch rechtzeitig wieder fit ist, um ein Kandidat für die Startelf zu sein. Alle Hoffnungen liegen hierbei auf einen fitten Robert Andrich, einem Grischa Prömel und natürlich auf Max Kruse. Sollte Union einen guten Tag haben oder Bayer nicht seinen besten Tag erwischen, könnten es am Ende doch noch mit Platz 7 passen. Egal wie es ausgeht: Union spielt auch im kommenden Jahr wieder in der Bundesliga und hoffentlich nach der Sommerpause auch wieder vor einem ausverkauften Stadion: Denn andere Vereine haben Fans. Bei Union haben Fans einen Verein. Dit is Union, verstehste!!

HERTHA BSC

Rückschau: Müde Beine machen müde Kicks.

Nach dem überzeugenden 3:0 gegen Freiburg war bei vielen Herthanern die Hoffnung groß, dass man jetzt gegen Bielefeld und Schalke den Klassenerhalt sichern würde. Und wie immer, wenn man bei Hertha denkt: „Jetzt läuft es“, kommt ein Rückschlag. Zwar bleibt die tabellarische Lage immer noch in Ordnung und sicherlich hat es Bielefeld den blau-weißen nicht leicht gemacht, doch die Tatsache, dass trotz Maximalrotation viele Spieler einen müden Eindruck machten, sorgt für etwas mehr, als nur Sorgenfalten. Trotzdem konnte Hertha mit diversen Wechseln und einer breiten Bank in der Schlussphase nochmal etwas Druck ausüben. Da es aber – mit Ausnahme von Boyatas Pfostentreffer in der ersten Hälfte – nie wirklich gefährlich wurde, geht diese Punkteteilung in Ordnung.

News der Woche: Während man am Sonntag insofern ernüchtert war, als dass einem wieder klar aufgezeigt wurde, dass man vermutlich bis (fast) zum Schluss zittern muss, so setzte sich dieses Gefühl am Montag und Dienstag so richtig fest. Maxi Mittelstädt, der gegen Bielefeld eine Gehirnerschütterung erlitt und aus relativ unerklärlichen Gründen danach noch ca. 20 Minuten auf dem Platz blieb, fällt zumindest für das Schalke-Spiel aus. Auch Sami Khedira ist noch nicht wieder fit. Guendouzi und Jarstein fallen eh für den Rest der Saison aus. Der absolut gesetzte Jhon Cordoba ist mit dem Hertha-Modeschuh, dem Airwalker, unterwegs und verpasst die restlichen drei Saisonspiele. Matheus Cunha ist, wenn überhaupt, für das letzte Spiel gegen Hoffenheim wieder eine Option, nachdem ihm der Fuß wiederholt im wahrsten Sinne des Wortes wund getreten wurde. Auch Marton Dardai und Lukas Klünter sind beim Schalke-Spiel nicht mit dabei. Dass man auf dem Papier trotzdem noch eine ganz gute Elf aufs Papier bringt, spricht dafür, dass die sportlichen Probleme eher nicht darin begründet liegen, dass der Kader in der Breite zu schwach aufgestellt ist.

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