KEHRWOCHE – Der Bundesliga-Newsletter zum 32. Spieltag

Jeden Woche veröffentlichen wir an dieser Stelle den Teil aus der KEHRWOCHE, der sich auf den 1. FC Union Berlin und Hertha BSC bezieht. Kehrwoche ist ein kostenloser Bundesliga-Newsletter made by @KaesekopfDE, der einmal die Woche die News aller 18 Bundesligisten aus der Sicht von 18 Fans, Blogger:innen, Podcaster:innen zu ihren Vereinen wiedergibt – aus einer definitiv nicht von den Vereinspressestellen glattgebügelten Sichtweise. Für Union Berlin schreibt Plattsportler @EisernRalf und für Hertha @sogenannter, der sich auch Aktiv für @Hertha_Stadion @Herthakneipe einsetzt und vor allem bei @HBASE1892 zu hören ist.

Wer auch die News zu den anderen BuLi-Mannschaften lesen will,  kann diesen kostenlos hier abonnieren

UNION BERLIN

Rückschau: Als der Schiri das Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den SV Werder Bremen am 24. April in der Alten Försterei in Berlins Südosten abgepfiffen hat, sicherte sich Unions Stürmer Joel Pohjanpalo sofort das Spielgerät, um seine Mannschaftskameraden auf dem Ball unterschreiben zu lassen: Jolle hatte einen lupenreinen Hattrick fabriziert, der dazu noch der 1. Hattrick in der noch jungen Bundesligageschichte war.

Dass der SVW zum Punktspiel in die Alte Försterei kommen durfte, hatten die Bremer ausschließlich Union zu verdanken, weil die Köpenicker am letzten Spieltag der vergangenen Saison Schützenhilfe leisteten, in dem Union die Fortuna aus Düsseldorf mit 3:0 direkt in die 2. Liga schickte und Bremen somit noch den Relegationsrang klettern durfte. Leider scheint Bremen auch in diesem Jahr ähnlich desaströs ins Saisonfinale zur torkeln, denn was in der 1. Halbzeit aufs Spielfeld gezaubert wurde, war Langeweile pur. Bremen parkte alles, was an Spielern auf dem Feld war kurz vor dem Strafraum, nur darauf bedacht, kein Tor zu kassieren. Bei dieser Bremer Spielweise hätte man nie darauf kommen können, dass der SVW eigentlich dringend Punkte braucht. Union wiederum wusste nicht allzu viel mit so viel Passivität anzufangen und tat sich mächtig schwer. Damit ist auch schon alles zur 1. Spielhälfte gesagt. Die Zweite lief noch keine 5 Minuten und schon zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz der Bremer – Joel Pohjanpalo hatte zugeschlagen. Das Tor schien die Bremer vollends von der Rolle zu bringen.

Keine 3 Minuten später bediente Petar Musa Pohjanpalo vorbildlich mit dem Kopf und Jolle verwandelte mit Rechts zum 2:0. 15 Minuten nach dem zweiten Tor legte Musa erneut auf Pohjanpalo, dieses Mal mit Links einnetzte. Zwar war der Wille der Bremer zu erkennen, etwas Gegenwehr zu leisten, aber irgendwie gelang den Norddeutschen an diesem Nachmittag so gut wie gar nichts. Selbst der Ehrentreffer war eher das Ergebnis eines Zufalls. Nach 3 Minuten Nachspielzeit stand fest: Bremen wird nicht nur über den Trainer diskutieren, sondern auch nach einem Rezept zu suchen, möglichst die Klasse noch zu halten. Union hingegen ist auf Kurs Europa.  

News der Woche: Union hat seine erste Neuverpflichtung für die kommende Saison vorgestellt: Rani Khedira kommt zur nächsten Saison ablösefrei von den Fuggerstädtern aus Augsburg. Die Verpflichtung von Khedira scheint sehr stark darauf hinzudeuten, dass es im bisherigen Union-Kader auf dieser Position Veränderungen geben könnte. Das Robert Andrich durch seine überragende Saison Begehrlichkeiten anderer Klubs geweckt hat, ist normal und eine Auszeichnung für Oliver Ruhnert‘s Weitblick bei den vergangenen Verpflichtungen. Bleibt nur die Hoffnung, dass ein möglicher Abgang von Andrich nicht nur versilbert, sondern vergoldet wird und sein Ziel hoffentlich England ist. Denn Andrich will man nicht wirklich als Gegenspieler in der Bundeliga haben. Ob Khedira mit seiner Vergangenheit bei Markranstädt unbedingt zu Union passt, muss sich erweisen. Auch hier gilt: we trust in Oli. Sollte Khedira Unions Tugenden verinnerlichen (Rasen umpflügen & kämpfen) und sich für den Verein reinhauen, wird man ihm den Fehler Markranstädt bestimmt schnell als Jugendsünde verzeihen. Geben wir ihm eine Chance!

Unions Vereinspräsident Dirk Zingler hat sich in einem Gastbeitrag in der Berliner Zeitung über das ganze Projekt Super League und Champions League geäußert und angemerkt, dass sich in dem ganzen Bums um dieses Projekt Super League völlig untergegangen ist, dass die „Reform“ der Champions League fast geräuschlos von der UEFA durchgewunken wurde. Zu Recht kritisiert Zingler, dass auf einmal die „Reform“ der Champions League völlig ok ist, obwohl vorher sich viele Vertreter der involvierten Verbände und Klubs gerade kritisch über die geplanten Veränderungen innerhalb der CL geäußert hatten. Zingler zum Thema SL: „Die hochgezüchteten Fußballmonster, die nur mit 3,5 Milliarden Euro aus einer Super League zu retten sind, müssen sterben, bevor sie den schönsten Sport der Welt vollends verschlingen.“ Recht hat er! Punkt!!

Vorschau: Am 8. Mai 15.30 Uhr geht es für den 1. FC Union Berlin gegen den Verein für Leibesübungen Wolfsburg e. V. in eine Arena mit dem schicken Namen eines großen deutschen Autobauers. Die bisherigen drei Begegnungen konnten beide Mannschaften bisher relativ ausgeglichen gestalten. Die erste Begegnung beider Mannschaften in der 1. Bundesliga am 6.10.2019 gewann der VfL noch knapp mit 1:0, die beiden folgenden Partien endeten salomonisch jeweils 2:2. Die Favoritenrolle sollte in diesem Spiel klar auf der Seite von Wolfsburg liegen, immerhin nimmt der VfL aktuell Kurs in Richtung Champions League und steht unter Druck, dass Spiel auch gegen die Köpenicker gewinnen zu müssen, denn hinter den Wölfen drückt vor allem der BVB auch auf die Tube, um das Ziel CL irgendwie noch zu erreichen. Union dagegen hat nicht nur sein Saisonziel mit dem Klassenerhalt bereits frühzeitig erreicht, sondern toppt gerade auch noch mit bereits erreichten 46 Punkten sein Vorjahresziel von 41 Punkten. Mit anderen Worten gilt für Union: Alles kann – nichts muss. Somit sollte der VfL mit seiner Spielweise den Berlinern sehr entgegenkommen. Wichtig für die Unioner muss sein, Wolfsburgs Wout Weghorst in den Griff zu bekommen. Erschwerend für Union: Das Krankenlazarett hat sich wieder etwas verschärft. Nach wie vor fallen beim stürmenden Personal Anthony Ujah, Taiwo Awonihi, Sheraldo Becker, Leon Dajaku und seit dem letzten Spiel – schwer am Knie verletzt – Cedric Teuchert aus. Unter guten Umständen könnte vielleicht Awonihi das Krankenlager verlassen und vielleicht für einen Kurzeinsatz zur Verfügung stehen.

HERTHA BSC

News der Woche: Am Freitag endet für Hertha die 14-tägige Quarantäne. Drei Tage Mannschaftstraining bleiben dann, ehe die Mannschaft nach Mainz reist um die Aufholjagd zu starten. Da sich der FC Bayern und RB Leipzig nicht mehr allzu viel Mühe geben, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen, stellt sich für Hertha eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe dar. Platz 17 ist es aktuell bei noch drei zusätzlichen Spielen in der Hinterhand. Holt man aus diesen Spielen 4 Punkte, ist man – dank des besseren Torverhältnisses – auf Platz 14. Jeder weitere Punkt würde die Sache natürlich komfortabler machen, aber als Herthafan nimmt man nach dieser erneuten Chaos-Saison sicherlich alles, was am Ende den Klassenerhalt bedeutet.

Vorschau: Am Montag hat Hertha die „Ehre“ das nun hoffentlich wirklich letzte Montagsspiel der Bundesliga zu bestreiten. Gegner ist der FSV Mainz 05. Während die Partie vor Herthas Corona-Pause noch die Vorzeichen eines absoluten Abstiegs-Endspiels hatte, haben sich die Mainzer mittlerweile eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Selbst das schwere Restprogramm (neben Hertha stehen noch Spiele gegen Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg an), scheint kein Hindernis für die Mainzer zu sein, welche am Wochenende den FC Bayern bezwangen. Ein Sieg wäre für beide Mannschaften Gold wert. Die Mainzer würden sich damit endgültig aus dem Abstiegskampf befreien, Hertha würde sich wieder vor die Kölner platzieren und hat dann die Aussicht, dass bereits ein Punkt aus dem zweiten Nachholspiel gegen Freiburg (Donnerstag, 06.05.) für Platz 14 reichen und die Konkurrenz wieder unter Druck setzen würde.

Personell ist aktuell kaum etwas vorherzusagen. Neben Rune Jarstein wird vermeintlich auch Marvin Plattenhardt nicht mitwirken können. Beim letzten Spiel vor der Corona-Pause setzte Dardai in der zweiten Halbzeit auf eine 4er-Kette, welche deutlich besser funktionierte, als die zuvor eigentlich bewährte 5er-Kette.  

Ein schönes Spiel ist so oder so nicht zu erwarten. Hertha konnte sich unter Pál Dárdai zwar stabilisieren und tritt geschlossener auf, konstante Leistungen und ein konsequentes Festhalten an taktischen Vorgaben, sind aber weiterhin eher nicht zu beobachten. Wenn es am Ende die individuelle Qualität ist, die uns in der Liga hält, soll es so sein. Ab dem Sommer wird wohl in beiden Fällen eine relativ schonungslose Analyse erfolgen müssen, welche Fredi Bobic dann in den nächsten Umbruch umsetzen darf, muss und wird.

 

1 Trackback / Pingback

  1. Hertha TV: Live dabei, wenn Jhon Cordoba beim Lattenschießen in Ekstase ausbricht • Plattsport

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*