KEHRWOCHE – Der Bundesliga-Newsletter ab jetzt bei Plattsport

Jeden Donnerstag veröffentlichen wir an dieser Stelle den Teil aus der KEHRWOCHE, der sich auf den 1. FC Union Berlin und Hertha BSC bezieht. Kehrwoche ist ein kostenloser Bundesliga-Newsletter made by @KaesekopfDE, der einmal die Woche die News aller 18 Bundesligisten aus der Sicht von 18 Fans, Blogger:innen, Podcaster:innen zu ihren Vereinen wiedergibt – aus einer definitiv nicht von den Vereinspressestellen glattgebügelten Sichtweise. Für Union Berlin schreibt Plattsportler @EisernRalf und für Hertha @sogenannter, der sich auch Aktiv für @Hertha_Stadion @Herthakneipe einsetzt und vor allem bei @HBASE1892 zu hören ist.

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Union Berlin

Rückschau: Eigentlich war alles wie immer: Das Spiel beginnt, Union übernimmt die Kontrolle und Taiwo Awoniyi läuft mit dem Ball am Fuß auf das gegnerische Tor zu, hat die Chance für Union innerhalb der ersten 5. Minuten mit 1:0 in Führung zu gehen und ….. scheitert am gegnerischen Schlussmann. Das Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den Fußballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e. V. am Sonnabendabend läuft eigentlich bei den Köpenickern wie immer, wenn sie in Spiellaune sind: Sie laufen mit knapp 119 km fast 5 km mehr als S04, zeigen die nötige Zweikampfhärte – Unions Trimmel sieht bereits nach 100 Sekunden die erste Gelbe Karte des Spiels – und standen in der Defensive sehr stabil. Dennoch tritt Schalke nicht wie ein abgeschlagener 18. der Bundesliga auf, sondern kämpft ebenfalls sehr engagiert.

Nach ca. 15 Minuten übernehmen die Gäste aus Gelsenkirchen sogar die Kontrolle über das Spielgeschehen – konnten daraus aber keinen Nutzen ziehen oder scheiterten am Berliner Torhüter Loris Karius, der die eigentliche Nummer 1 im Kasten der Unioner, Andreas Luthe, aufgrund einer dringenden Familienangelegenheit vertrat. Mit Beginn der 2. Halbzeit versuchen die Unioner wieder etwas mehr Tempo in die Partie zu bringen und gefährliche Strafraumszenen zu kreieren. Allerdings wollte nur der Ball nicht ins Tor der Schalker finden und so endete das Spiel gegen Schalke 04 mit einem etwas mauen 0:0 und einer daraus folgenden Punkteteilung. So wird man sich am Ende des Spieltages lediglich an die Aussage des Schalker Schlussmanns Ralf Fährmann erinnern, der meinte, dass Fußball schließlich „ein Männersport“ sei, angesprochen auf eine strittige Schiedsrichterentscheidung im Strafraum. Gleichberechtigung in allen Teilen der Gesellschaft ist Herrn Fährmann wohl eher ein Fremdwort. Fährmanns durchaus sexistische Aussage wird vom Berliner Tagesspiegel treffend kommentiert und wohl über den Spieltag hinaus in Erinnerung bleiben. Ein Spieltag, der schnell in Vergessenheit geraten wird.

News der Woche: Elf Jahre hat Michael Parensen für den 1. FC Union Berlin die Fußballschuhe geschnürt, ist mit dem Verein von der 4. bis in die 1. Liga aufgestiegen. Doch im letzten Sommer war nach genau 249 Pflichtspielen Schluss mit dem Profifußball und er beschloss seine Profifußballschuhe an den sprichwörtlichen Haken zu hängen. 2011 sangen die Union-Fans sogar im Stadion nach einer schweren Verletzung von Micha Parensen das etwas textlich veränderte Lied von Nina Hagen „Du hast den Farbfilm vergessen“. Wer diesen Gänsehautmoment noch einmal nacherleben will, folgt einfach diesem Link. Jetzt hat Michael Parensen beschlossen, doch noch etwas zu bolzen und zwar in der Landesliga bei den Polar Pinguinen in Schöneberg. Dort will Parensen nicht nur trainieren, sondern auch in der Landesliga für die Pinguine aus Schöneberg auflaufen. 2019 – kurz nach dem Aufstieg von Union in die Fußballbundesliga – sprach der Sportpodcast Plattsport mit Michael und Antonia Parensen zum Leben als berufstätige Großfamilie. Herausgekommen sind drei kurzweilige Stunden rund um die Schauspielerei von Antonia, dem Fußball von Micha und der Erziehung zweier Kinder. Einmal reinhören? Kein Problem, dann hier entlang.

Vorschau: 12-mal standen sich der Sport-Club Freiburg e. V. und der 1. FC Union Berlin in der 1. und 2.  Bundesliga, der 3. Liga sowie im DFB-Pokal gegenüber, wenn beide Mannschaften am 20. Februar um 15.30 Uhr im Schwarzwald-Stadion in Freiburg zum 13-mal aufeinandertreffen werden. Für Union Berlin wird es darum gehen, aus einer stabilen und sicheren Abwehr heraus sich Torraumchancen zu erarbeiten und Taiwo Awoniyi in aussichtsreiche Position zu bringen. Das Awoniyi im Spiel gegen die Schalker zwei mehr als aussichtsreiche Chancen nicht verwerten konnte, ärgert ihn natürlich am meisten. Er sollte also heiß sein, dass Leder endlich wieder mal im Netz des Gegners unterzubringen. Hoffnung schöpfen die Berliner unter anderem durch die Rückkehr von Max Kruse, der nach über 2 Monaten Verletzungspause zumindest von der Bank kommend wieder eine Option in Sachen Kreativität und Durchschlagskraft sein könnte. An dieser Stelle sei an den 7. März 2020 erinnert, als Union in Freiburg gastierte, das Schwarzwald-Stadion restlos ausverkauft war und die Fans beider Lager sich dem Thema DFB, eines Milliardärs aus Sinsheim und eines nicht vorhandenen Dialoges mittels aussagekräftiger Spruchbänder annahmen. Bis heute hat sich nichts geändert, was die mageren Ergebnisse bzw. Erkenntnisse der „Taskforce Zukunft Profifußball“ beweisen. Deshalb ist die Aussage des Wuhlesyndikat richtig und wichtig: LASST DEN WORTEN ENDLICH TATEN FOLGEN! Die komplette Stellungnahme der Ultra-Vereinigung findet ihr zum Nachlesen im Programmheft zum Spiel gegen die Königsblauen aus Gelsenkirchen.

Hertha BSC

Rückschau: Nach zwei guten Auftritten ohne Punkte sollte und musste in Stuttgart dringend was Zählbares rausspringen. Umso größer war der Schock, wie Hertha diese richtungsweisende Partie in Stuttgart anging. Es ließ sich nicht erkennen, welchen Plan die Berliner in der ersten Hälfte verfolgten. Die Arsenal-Leihgabe Guendouzi, sehr vielversprechend in die Saison gestartet, befindet sich nicht nur im Formtief – es scheint auch mindestens fraglich, ob seine Spielweise zu Dárdais Idee des Umschaltspiels passt. Mit dem stets bemühten Cunha, der mitunter dazu neigt, die Defizite seiner Nebenmänner alleine ausgleichen zu wollen, sowie dem völlig indisponierten Lukébakio, ließ Hertha mal wieder die offensiven Flügel verwaisen und versuchte durchs dicht gestaffelte Zentrum der Stuttgarter zu kommen. Während die Offensivbemühungen zum Scheitern verurteilt waren, bekamen die Berliner immer mehr Probleme mit den stärker werdenden Stuttgartern. Speziell nach Standards waren die bekannten Schwächen zu erkennen und so konnte man froh sein, dass es nur mit 0:1 in die Pause ging, auch wenn dem VAR beim Gegentor wohl ein Fehler unterlaufen ist – was auf den ersten Blick wie Piateks Hacke aussah, war in Wirklichkeit Kalajdzic‘ zweite Hand, an der die kalibrierte Linie ausgerichtet wurde.

Durch eine verbesserte zweite Halbzeit, in welcher Hertha speziell nach der Hereinnahme Sami Khediras das spielerische Übergewicht hatte, geht der Punkt dennoch in Ordnung. Wer aber auf einen massiven Trainereffekt und den Durchmarsch ins Tabellenmittelfeld gehofft hat, der muss allmählich realisieren, dass es ein weiter Weg wird und alles oberhalb von Platz 16 unterschrieben werden muss.

News der Woche: Nicht nur Pál Dárdai machte sich Hoffnungen, dass sich das mittlerweile recht umfangreiche Lazarett der Berliner bald lichten würde. Doch aktuell sieht es nicht nur so aus, dass keiner der länger verletzten Spieler rechtzeitig für das Spiel gegen Leipzig zurückkehren wird – viel mehr sieht es danach aus, dass auch Dárdais „Blitzkugel“ Radonjic mindestens fraglich sein wird und sicher kein Kandidat für 90 Minuten ist. Das einzig Positive, was man dieser Meldung abgewinnen kann, ist der Umstand, dass seine Leistenprobleme eine Erklärung dafür bieten, warum von seinem Spitznamen nur der weniger schmeichelnde Teil übrigblieb. Oftmals war er in aussichtsreicher Position, konnte seine selbst angepriesene Schnelligkeit aber nicht umsetzen und versuchte sich stattdessen – relativ erfolglos – in „Robben-Manier“ an den Strafraumrand zu dribbeln.

Abseits des Platzes ist schon seit längerem die Fan-Initiative „1892 hilft“ auf den Straßen unterwegs, um den leider zahlreichen Obdachlosen in der Stadt Unterstützung zukommen zu lassen. Aktuell wird gesammelt, um möglichst viele Obdachlose während der kalten Nächte in Hostels unterzubringen. Eine großartige Aktion, welche jede Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient.

 

 

 

 

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