INTERVIEW RAINER TÜTTELMANN – „PUCK“ DAS EISHOCKEYMUSEUM

Am vergangenen Wochenende war Martin Tetzlaff auf Sportreise in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Vor dem DEL-Spiel der Iserlohn Roosters gegen die Augsburger Panther war er in Hemer im Eishockeymuseum „Puck“ und traf dort Museumsvater Rainer Tüttelmann zum Gespräch.

Rainer Tüttelmann, was kann man hier im Eishockeymuseum alles sehen?

Schlicht und ergreifend 60 Jahre Eishockeygeschichte im Sauerland. In Deilinghofen liegen unsere Ursprünge mit den kanadischen Soldaten bis hin nach Iserlohn, wo jetzt die Heimstätte der Iserlohn Roosters ist.

Im alten Logo des ECD Iserlohn sieht man auch die Flagge Kanadas. Was genau hat es denn mit den Kanadiern hier auf sich?

Die Kanadier sind 1953 vom Koreakrieg zurück geflogen und ein Teil musste nach Deutschland kommen. Deilinghofen war seinerzeit Garnisonsstadt und Kanadier ohne Eishockey geht nicht. Daraufhin haben sie zunächst ein offenes Eisstadion gebaut und mit dem hier neuen Sport die Neugier der Deilinghofener Jugend geweckt und so ist das hier entstanden.

Ganz offenbar ist das hier auf fruchtbaren Boden gefallen. Gab es hier bis dahin nur Fußball?

Bevor hier Eishockey angekommen ist, waren Leichtathletik und Fußball die Sportarten, die in Deilinghofen ausgeübt wurden.

Der Eintritt hier ist frei. Am Ein- und Ausgang bitten Sie die Gäste um Spenden, verkaufen ihnen ein paar wenige Merchandiseartikel und laden sie ein eine Widmung ins Gästebuch zu schreiben.
Wie kam es zu diesem Museum und wie finanziert es sich?

In Hemer gibt es einen eishockeyverrückten Unternehmer, der zugleich Sponsor der Iserlohn Roosters ist.  (Engelbert Himrich – die Red.) Er hat mich vor vier Jahren, als ich in Rente ging, angesprochen, ob ich nicht Lust hätte ein Eishockeymuseum aufzubauen, worauf ich zugestimmt habe.

Mittlerweile haben wir über 1000 Exponate gesammelt und einen Helferkreis von 25 Personen, darunter auch ehemalige Spieler, und damit bestücken wir unsere Öffnungszeiten immer zu zweit. Freitags, samstags und sonntags. Wir finanzieren uns zum einen über die Spenden, als auch über Mitglieder im Förderverein und kommen damit ganz gut über die Runden.

Was ich noch betonen möchte: im Moment sind wir das einzige Eishockeymuseum in Deutschland. Aktuell befindet sich ein Deutsches Eishockeymuseum in Augsburg im Aufbau und ich hoffe auch, dass das gelingen wird, weil das dann den ganzen überregionalen, sprich nationalen Charakter darstellen wird. Wir hier vor Ort bilden Eishockey im Sauerland ab und sowas gibt es bei keinem anderen Club und keiner anderen Stadt in Deutschland.

Da schließt sich ja auch der Kreis, weil heute die Augsburger Panther zum Auswärtsspiel in Iserlohn antreten. Kommen denn auch Auswärtsfans hier regelmäßig vorbei?

Wir hatten bereits Fans aus Köln, Düsseldorf, Nürnberg oder auch aus Schwenningen hier zu Gast. Das ist schon Gang und Gäbe. Wir als Förderverein hoffen, dass die Geschichte des Eishockeys über solche Museen weiter transportiert wird.

Zum Schluss: was ist Ihre persönliche Beziehung zum Eishockey?

Ich bin Journalist gewesen in Iserlohn und habe mich seit 1971 mit dem Eishockey hier beschäftigt. Davor habe ich selbst Amateureishockey gespielt und bin damit tief in diesem Sport verwurzelt.

Herr Tüttelmann, herzlichen Dank für das Gespräch.

– „Puck“ das Eishockeymuseum öffnet jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 13:00-17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Adresse: Nelkenweg 5-7, 58657 Hemer (www.museum-puck.de)

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