Interview Marc Enger – Im Namen des guten Zwecks unterwegs

Foto: Gohl/ Sport in Essen

Normalerweise hießen die Gegner von Marc Enger in den letzten Jahren SV Straelen, 1. FC Bocholt oder Schwarz-Weiß Essen. Allesamt klangvolle Namen im niederrheinischen Fußballkosmos. Marc Enger war keineswegs Statist in diesem Spiel. Als Sturmführer des Essener Vereins Spvgg Schonnebeck verbuchte er in jeder der letzten vier Saisons in der Oberliga Niederrhein eine zweistellige Trefferanzahl. Mit nun inzwischen 31 Lenzen hat sich Essens wohl bester Torjäger der letzten Jahre zu einem spannenden neuen Karriereschritt entschlossen. Er geht zurück zu seinem Jugendverein SuS Haarzopf, um dort gemeinsam mit vielen alten Essener Weggefährten für den guten Zweck in der Kreisliga B Fußball zu spielen. Darüber wie das genau aussieht mit dem guten Zweck, welche Rolle hierbei die Spenden-App „I do“ spielt und über den Essener Fußball spricht er nun mit PLATTSPORT.

Hallo Marc. Wie kam es zu Deiner Idee mit alten Getreuen für einen guten Zweck Fußball in der Kreisliga zu spielen?

Schönen guten Tag! Die Idee ist quasi aus der Not heraus entstanden. Durch unterschiedliche Konstellationen stand die zweite Mannschaft meines Heimatvereins vor dem Aus. Da wollte ich einfach helfen. Es entwickelte sich eine Truppe aus ehemaligen Weggefährten und Freunden, die richtig Lust hatten auf ihre alten Tage gemeinsam Fussball zu spielen. Nach ersten Gesprächen merkte man schnell, dass hier menschlich und fußballerisch etwas Besonderes entstehen kann. So kam uns die Idee, das Ganze für mehr als nur den Fußballplatz zu nutzen und wir entwickelten gemeinsam mit der “I do”-Spenden-App unser Projekt #kickenfürdengutenZweck.

Im neuen Team von SuS Haarzopf 2 tummeln sich einige ehemalige Landesliga- und Oberliga-Spieler und in Nils Zander sogar ein ehemaliger deutscher A–Jugend-Meister. Wie hast Du es geschafft Deine alten Mannschaftskollegen, die ja auch fast alle höherklassig gespielt haben, dazu zu bringen mit dir dieses spannende Projekt auf den Weg zu bringen?

Die Antwort lautet Freundschaft. Kein Spieler bekommt bei uns trotz seiner Vita auch nur einen Cent. Wir sind einfach alle nicht mehr die Jüngsten und haben riesigen Spaß daran, gemeinsam gegen den Ball zu treten und Zeit in dieser Gemeinschaft zu verbringen. Die Tatsache, dass wir damit Gutes bewirken können, macht das Ganze natürlich zu einer Herzensangelegenheit und motiviert uns, dieses Projekt nach vorne zu treiben.

Um Dinge für den guten Zweck auf den Weg zu bringen, arbeitet Ihr mit der Spenden-App „I do“ zusammen. Wie kam der Kontakt zu den Leuten von “I do” zustande und kannst Du uns mehr über die App erzählen und wie genau sieht die Zusammenarbeit aus?

Wir sind mit der Spenden-App im wahrsten Sinne des Wortes verheiratet. Als “I do” mitbekommen hat, was sich da für eine Mannschaft entwickelt, haben wir uns gemeinsam überlegt, wie man das Ganze nutzen kann. So entstand die Idee Geld für den guten Zweck zu sammeln und verschiedenste soziale Projekte zu unterstützen. Dafür verkaufen wir eigene Charity-Produkte, veranstalten Benefizspiele und sammeln für jedes geschossene Tor Geld. Besonders toll finden wir, dass sich viele Vereine bereits angeschlossen haben und der Essener Fußball dieses Projekt zusätzlich unterstützt. Da merkt man, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Ich habe gesehen, dass Ihr das Brunnenprojekt von Neven Subotic supportet habt.  Kannst Du schon sagen, welche weiteren Projekte Ihr unterstützen wollt?

Das Brunnenprojekt der “Neven Subotic-Stiftung” war unser erstes eigenes Projekt, das wir als Projektpate übernommen haben. Bereits in der Hinrunde konnten wir dank der riesigen Unterstützung den Brunnen in Äthiopien für 10.000 Euro vollenden. Zuvor verteilten wir unsere Spenden auf verschiedenste soziale Projekte wie das “SOS Kinderdorf Essen” oder “ein Herz für Moria”. Aktuell unterstützen wir den Carolinenhof Essen und finanzieren eine Reittherapie für ein beeinträchtigtes Kind. Wir freuen uns riesig, dass wir auch dieses Projekt gerade vollständig finanziert haben. Wir sind also wieder auf der Suche nach neuen Spendenzielen und freuen wir uns über jegliche Unterstützung. Ladet Euch die “I do”-Spenden-App herunter, meldet Euch auf den sozialen Kanälen bei uns und werdet ein Teil des Ganzen. Gemeinsam können wir noch viel mehr erreichen.

Der Essener Fußball hat eine unheimlich große Tradition. Rot-Weiss Essen ist der bekannteste Fußballverein der Stadt. Mit einer deutschen Meisterschaft und einem Pokalsieg hat der Verein auch über die Stadtgrenzen hinaus für Furore gesorgt. Auch Helmut Rahn, „der Boss“ himself und Weltmeister von 1954, hatte seine erfolgreichste Zeit im Vereinsleben bei Rot-Weiss Essen verbracht. Vom Bekanntheitsgrad kommt danach sicherlich der Verein Schwarz-Weiß Essen, der im Jahr 1959 auch einmalig den DFB-Pokal gewinnen konnte und jahrelang in der 2. Bundesliga gespielt hat. In den letzten Jahren hat sich die SpVg Schonnebeck als Nummer Zwei im Essener Fußball etabliert. Zu erwähnen auch der FC Kray, der unter anderem schon in der Regionalliga gespielt hat und viele spannende Vereine mehr, etwa die SpVgg Steele, die Sportfreunde Katernberg (Ende der 40er Jahre bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft dabei gewesen) und viele mehr, begründen den Mythos Essens als fußballbegeisterte Stadt.

Du bist gebürtig aus Essen. Bei welchem Verein in Essen hast Du mit dem Fußballspielen angefangen?

Ich habe die ersten 21 Jahre bei SuS Haarzopf Fußball gespielt, bevor ich doch noch den Schritt nach oben gewagt habe. Das ist mein Heimatverein, zu dem der Kontakt durch unzählige Freundschaften nie abriss.

Du hast einen relativ steilen Aufstieg in Essens Fußballhistorie hinter Dir. Innerhalb von 2 Jahren bist Du von der Bezirksliga in die Oberliga durchgestartet. Sei es bei der SuS Haarzopf, ESC Rellinghausen oder bei der SpVg Schonnebeck, überall hast Du Deine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Warst Du in der Jugend schon der klassische Goalgetter oder hat sich das erst im Laufe der Zeit so entwickelt bei Dir?

In der Jugend war ich grundsätzlich im zentralen Mittelfeld zu Hause, wurde dann aber in meinem ersten Seniorenjahr zum Stürmer umgeschult. Zuerst war ich gar nicht einverstanden mit der Entscheidung des Trainers. Rückblickend war das natürlich goldrichtig und ich stellte mein Spiel entsprechend um. Es stellt sich heraus, dass meine Spielart „Arsch raus mit dem Rücken zum Tor“ auch in höherklassigen Vereinen gut funktioniert (lacht).

Viele Jahre hast Du für die SpVg Schonnebeck, in der mit vielen Traditionsmannschaften gespickten Oberliga Niederrhein, gespielt. Was waren Deine schönsten Oberliga-Erlebnisse und wer war für Dich der stärkste Verteidiger gegen den Du antreten musstest?

Die Zeit bei der SpVg Schonnebeck war wirklich großartig. Ein familiärer Verein mit tollen Menschen, die aus kleinen Möglichkeiten sportlich viel erreichen. Das erste Pokalspiel mit Schonnebeck an der Hafenstraße beim großen Rot-Weiss Essen werde ich nie vergessen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten dort einmal in diesem Rahmen aufzulaufen. In der Oberliga muss ich da sämtliche Derbys nennen. Sei es gegen den ETB oder den FC Kray. Duelle in Essen sind immer etwas Besonderes, an die ich mich gerne erinnere. Auf den besten Verteidiger traf ich mit Georgi Ketsatis wöchentlich im Training der SpVg Schonnebeck. Hätten wir da nicht immer zurückgezogen, wäre wohl sonntags meistens nur einer von uns spielfähig gewesen. Ein herausragender Abwehrchef! Ansonsten würde ich definitiv noch Tim Winking vom 1.FC Bocholt nennen. Das hat schon immer geknallt als wir zwei Kolosse gegeneinander gerannt sind. Das waren immer schöne und faire Duelle!

Wie sehen Deine Pläne nach der aktiven Fußballzeit aus? Hast Du vor auch danach im Essener Fußballgeschehen aktiv zu sein?

Ich werde solange meine Beine mich tragen auf dem Platz aktiv sein und mit Freunden die Zeit auf und neben dem Platz genießen. Unser Herzensprojekt #kickenfürdengutenZweck ist gerade erst am Anfang und wir hoffen noch ganz viel erreichen zu können! Also werdet ein Teil davon!

Lieber Marc, danke für das Interview!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*