HERTHA – ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT

In unserer neuen Serie “Zwischen Plumpe und Sportpark Sadowa” kommt nun unser Hertha-Verteter Rolf Grande zu Wort und fasst das vergangene Wochenende der Hertha zusammen.

Was für ein Wochenende! Hertha gewinnt mit 0:4 in Köln. Dabei war mein Optimismus eher verhalten, denn der Saisonstart verlief sehr holprig. Auch der erste Saisonsieg gegen Paderborn wirkte alles andere als sicher.

Wie schon gegen Paderborn war ein Tor von Javairo Dilrosun der Startschuss für den späteren Sieg. Dilrosun kommt immer besser in Fahrt. Mit seinem Spielwitz, seinem unglaublichen Antritt und seinen Dribblingkünsten wird er uns noch viel Freude bereiten. Die rote Karte für Kölns Meré kurz vor der Pause kam Hertha zugute und mit der Einwechslung von Ibisevic war das Spiel endgültig gelaufen. In bester Mittelstürmermanier zeigte er, dass er auch mit 35 Jahren weiterhin den Torriecher hat. Er weiß einfach, wo er stehen muss. Am Ende kann Köln sich noch glücklich schätzen, das Spiel nicht mit 9 Mann zu beenden. Simon Terodde hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er mit gelb-rot vom Platz geflogen wäre.

Den Kampfgeist, den Hertha gegen Köln an den Tag legte, sah ich einen Tag zuvor bereits bei der eigenen U23. Gegen Babelsberg lag die Mannschaft von Zecke Neuendorf dreimal zurück und konnte sich am Ende trotzdem ein 3:3 sichern. Stark.

Kampfgeist legt auch Lars Windhorst an den Tag. Wenn es nach ihm ginge, wäre Hertha demnächst Stammgast in der Champions League. Gelingen soll dies mit den von ihm eingesammelten Millionen. Ein hehrer Plan, wenn man bedenkt, was Hertha in den letzten Jahren durchlebt hat. Zudem hatte schon einmal jemand große Träume bei Hertha BSC. Dieter Hoeneß führte den Verein in die Champions League und fast in den Ruin. Ich hoffe, dass der Verein nicht zu viel zu schnell will. Sonst endet “we try. we fail. we win” am Ende doch bei “fail”.

Was zur Europäischen Spitze neben Geld noch fehlt, ist ein eigenes Stadion. Was Verein und Senat seit über zwei Jahren nicht hinbekommen, möchte die Faninitiative “Blau-Weißes Stadion” jetzt in die Hand nehmen. Diese Gruppe Herthaner hat es sich zur Aufgabe gemacht zwischen beiden Parteien zu vermitteln. Das Ziel: Ein eigenes, reines Fußballstadion auf dem Olympiagelände. Man sieht sehr gut bei anderen Bundesligisten, was ein reines Fußballstadion ausmacht. “Steil. Laut. Nah.” ist dort Programm. Der Rasen und die Ränge sind viel dichter beisammen. Das Spiel und die Fankurve können viel besser interagieren. Das Stadion wird zum Hexenkessel. Ein Blick nach Köpenick reicht, um zu erahnen, was ein reines Fußballstadion bei Hertha so zu bewirken vermag.

Um den Traum vom eigenen Stadion zu verwirklichen, wird einiges unternommen. Präsenz online wie offline ist der Schlüssel. Stimmen werden bei Heimspielen im Olympiastadion, aber auch online und bei Spielen der U23, gesammelt. Mit den Stimmen soll dem Senat und besonders Innensenator Geisel gezeigt werden, dass viele Berliner ein eigenes Stadion für Hertha BSC befürworten.

Wer die Initiative unterstützen möchte, findet alle Informationen unter www.blauweissesstadion.berlin.

Link zur Petition https://www.openpetition.de/petition/online/neues-stadion-fuer-hertha-bsc

Twitter BlauWeissesStadion (@Hertha_Stadion) https://twitter.com/Hertha_Stadion

Rolf ist glühender Hertha BSC-Fan und bei Twitter @RobTigerius.

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