EIN LAUER WINTERABEND IN BERLIN

Mittwoch, 18. Dezember 2019, ein lauer Winterabend, Basketball Europa League in der Mercedes-Benz Arena, Alba Berlin gegen Bayern München

Bayern München? Ja, Bayern München. Die Basketballabteilung des Vereins existiert bereits seit 1946. War die Mannschaft in den 1950er Jahren noch erfolgreich, verschwand sie danach für lange Zeit in der Bedeutungslosigkeit. Seit 2011 ist die Mannschaft wieder in der Basketballbundesliga vertreten. Und das sehr erfolgreich. 2018 konnte das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert werden. 2019 erneut die Meisterschaft. Auch in der aktuell Saison liegt das mit 11 Siegen aus 11 Spielen an der Spitze.

Auch Alba Berlin ist einer der Big Player im deutschen Basketball. Offiziell 1991 – der Vorgängerverein ist deutlich älter – gegründet, gewann Alba 1995 den Korac Cup und bis heute achtmal die Meisterschaft sowie neunmal den Pokal. Alba ist der mitgliederstärkste und der erfolgreichste deutsche Basketballverein, auch wenn die letzten Erfolge bereits ein paar Jahre zurück liegen.

Doch zurück zum Spiel. Die Halle war gut gefüllt und die 11.229 Zuschauer – unter ihnen Albas ehemaliger Spieler Teoman Alibegovic – machten von Anfang an ordentlich Stimmung. Die wenigen anwesenden Gästefans waren dadurch kaum zu hören.

Das Duell der zwei hochklassigen Konkurrenten begann zäh. Nach einem umkämpften Beginn der Partie fielen die ersten 3 Punkte erst nach gut 2,5 Minuten durch Freiwürfe für Alba. Weitere 2,5 Minuten später konnte Bayern per 3er ausgleichen. Die ersten Punkte für Alba aus dem Feld gelangen Giedraitis auch per 3er. Insgesamt war dieses 1. Viertel von Unsicherheiten und einer – besonders bei Alba – schlechten Wurfquote geprägt. Bayern führte daher verdient mit 19:10 Punkte. 

Im 2. Viertel war Alba anfangs weiter unsicher. Durch die grandiose Stimmung, die einem Hexenkessel glich, fand Alba Mitte des Viertels besser ins Spiel. Die Wurfquote blieb weiterhin Albas Achillesferse und so ging es mit 28:30 in die Halbzeitpause. 

Diese Halbzeitpause war nicht nur zur Erholung da. Marius Huth, Nachwuchstrainer bei Alba Berlin wurde für seine herausragende Nachwuchsarbeit mit dem Matthias-Grothe-Award ausgezeichnet. Dazu gehörend gab es eine Grußbotschaft von Moritz und Franz Wagner. Ebenso zum Halbzeitprogramm gehörte ein Spiel der weiblichen U11 von Alba. Dies unterstreicht die Nachwuchsarbeit, die nicht nur im Herrenbereich stattfindet. Alba promotet seit dieser Saison auch sein Frauenteam, das – wenn es so weitergeht – bald so erfolgreich wie die Männer werden könnte. 

Auch im 3. Viertel fand Alba nicht ins Spiel und hatte weiterhin mit seiner Wurfquote zu kämpfen und lag phasenweise mehr als 10 Punkte zurück. Doch Ende des Viertels kam Alba wieder auf

48:50 heran. Die Mannschaft wurde dabei von der

tollen Stimmung von den Rängen getragen. 

Direkt zu Beginn des 4. Viertels gelang Alba der Ausgleich zum 50:50 und kurz darauf die Führung zum 52:50. Die Halle tobte und beflügelte das Spiel von Alba. Doch es blieb umkämpft. Besonders 

Albas Nnoko tat sich in dieser Phase mit einem Monsterdunk und kurz darauf mit einem Monsterblock hervor. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit – 1:30 waren noch auf der Uhr – führte Alba mit 68:63. Der Sieg schien zum greifen nah. Die Halle flippt komplett aus. Bayern verhielt sich jedoch clever, zwang Alba durch Fouls an die Freiwurflinie und punktet im Gegenzug selbst zweimal dreifach. Bei 2.8 Sekunden stand es dann 72:72 bei Ballbesitz für Alba. Doch das Team konnte seine Chance nicht nutzen. Overtime. 

Die Overtime wurde ein echter Krimi. Hier war Bayern die gewieftere Mannschaft und kochte Alba ab. So hieß es am Ende 76:77 nach Overtime. Bitter für Alba. 

Am Rande des Spiels kam es zu einem Vorfall. Ein Zuschauer beleidigte Bayern Greg Monroe rassistisch. Umstehende Fans reagierten darauf und meldeten es dem Ordnungsdienst. Der Zuschauer erhielt daraufhin Hausverbot. Monroe selbst bekam davon während des Spiels nichts mit, stellte jedoch nach dem Spiel einen Strafantrag gegen den Zuschauer.

So bitter die Niederlage für Alba ist, so schlimm ist der rassistische Vorfall einzustufen. Der Basketball ist für solche Gedanken eigentlich nicht bekannt. Das zeigt sich auch darin, dass die umstehenden Zuschauer sofort reagiert haben und Störer der Halle verwiesen wurde. Solche Menschen haben im Sport und auf der Welt keinen Platz.

Statement von Alba Berlin https://www.albaberlin.de/news/details/nein-zu-rassismus-und-diskriminierung/

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